Über mich

Lange habe ich geglaubt, stark sein heißt, alles tragen zu können.
Erwartungen, Ansprüche, Rollen.

Meine eigenen und auch die, von denen ich glaubte, andere hätten sie an mich.

Es fühlte sich schwer an, wie eine Last, die ich ständig mit mir herumtrug.

An einem Tag, an dem es besonders eng in mir wurde, begann ich zu malen.
Ich wollte diese Schwere sichtbar machen, ihr eine Form geben, sie mir von der Seele malen.
Eine große, massive Kugel schwebte mir vor.

Doch als ich sie malte, geschah etwas Unerwartetes.
Die Kugel war durchscheinend, fast schwebend.
Und ich hatte nicht das Bedürfnis, mehr Farbe hinzuzufügen, um sie schwerer zu machen.

Denn in dem Moment, in dem ich die „leichte“ Kugel sah, machte etwas in mir "klick" und ich erkannte:
Die Last ist nicht real. Wir machen sie real, wir halten sie fest, wir nähren sie.

Und mit dieser Erkenntnis löste sich etwas.
Die Schwere wurde zu Leichtigkeit.

Aus diesem Bild entstand eine kleine Reihe, um diesem neuen Gefühl, diesem Prozess Ausdruck zu verleihen:
Ein Mädchen, das eine Kugel trägt.
Eine Nadel, die sie zum Platzen bringt.
Und schließlich viele kleine, bunte Seifenblasen voller Leichtigkeit.

In diesem Moment habe ich erst so richtig verstanden, wie kraftvoll Kunst sein kann.

Malen ist mehr als Ausdruck.
Es ist Begegnung mit dem, was in uns wirkt, oft leise und unbewusst.

Wenn wir es anschauen, verliert es seine Schwere.
Wenn wir es malen, kommt es ins Fließen.
Wenn wir still werden, entsteht Klarheit.

Ich glaube nicht daran, dass wir „repariert“ werden müssen.
Ich glaube daran, dass wir uns erinnern dürfen.

An unsere eigene Wahrnehmung.
An unsere innere Stimme.
An die Leichtigkeit.

Aus dieser Erfahrung heraus sind meine Räume entstanden.
Räume der bewussten Begegnung mit dir selbst.
Räume der Leichtigkeit, des Seins im Moment und der Verbindung.

Farben der Stille.
Kreative Prozessarbeit.
Und meine Kunstwerke.

Mit meiner Familie lebe ich im wunderschönen Weserbergland, umgeben von sanften Hügeln, weiten Feldern, Wiesen und Wäldern.
Der stetige Wandel der Jahreszeiten erinnert mich immer wieder daran,
dass nichts konstant ist. Alles ist immerzu im Wandel. Und auch wir dürfen uns wandeln.

Nicht indem wir mehr tragen, mehr leisten oder zu einem „besseren“ Menschen, einer „besseren“ Mutter, Partnerin oder Frau werden.

Sondern indem wir loslassen und wieder mehr bei uns selbst ankommen.